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Wem würdet ihr gerne auf dem Cover von "Capitolism" sehen?
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Haymitch
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Interview mit Maria Koschny auf der LBM
Capitolism: Du machst ja den Beruf schon ziemlich lange, wie ich gesehen habe. Wie kamst du eigentlich auf die Idee Synchronsprecherin zu werden?
Maria Koschny: Ich kam gar nicht auf die Idee. Meine Mutter ist Synchronsprecherin und hat mich einfach dreist mitgenommen.

Capitolism: Also hat es dich fasziniert und dann hast du dir irgendwann gedacht 'ok, das möchte ich auch mal versuchen'?
Maria Koschny: Genau, also ich war… bin einfach rein gewachsen und habe mich dann aber nach der Schule noch einmal bewusst dafür entscheiden müssen. Ich hab zu der Zeit kurz überlegt, ob ich etwas anderes studieren möchte oder so, aber dann hab ich gesagt 'Nein, dann halt die Künstlerschiene' und hab mich dafür fortgebildet.

Capitolism: Und wie kommt man dann in diese Schiene rein? Oder wie geht man vor, wenn man selbst die Idee hat, Synchronsprecher zu werden? Welchen Weg geht man da am besten?
Maria Koschny: Es kommt darauf an, wie alt man ist. Also Kinder sind natürlich immer gern gesehen, weil es immer Kindermangel gibt. Bei ihnen kann man auch keine Schauspielausbildung voraussetzen. Ist ja klar. Aber spätestens als Erwachsener sollte man eine Schauspielerausbildung oder Sprecherausbildung - also irgendwie in einer Kombination am besten - vorweisen und es ist dann nicht so leicht reinzukommen. Es ist wie in vielen Bereichen über Kontakte möglich. Aufnahmeleiter und Regisseure sind immer das Beste.

Capitolism: Wie kamst du dazu die Hörbücher zu machen? Wurdest du angesprochen oder musstest du dich dafür bewerben?
Maria Koschny: Ich glaube, dass man in dem Bereich eigentlich nur angesprochen wird. Ich habe noch nicht erlebt, dass man sich bewerben kann. Das ist leider sehr schade, weil viele unentdeckte Talente [nicht die Möglichkeit bekommen], Hörbücher zu sprechen und ich hatte Glück. Mit Shopaholic hatte ich angefangen. Das war eine Romanverfilmung und da hat eine Schauspielerin - Isla Fisher, von der ich die Feststimme war - eben die Hauptrolle gespielt. Dadurch kamen sie dann auf mich, sodass ich das Hörbuch sprechen konnte. Das war der Einstieg und danach hab ich Glück gehabt, sag ich mal.

Capitolism: Wie bereitet man sich auf solche Hörbücher vor? Ich weiß, dass sie sehr, sehr lange gehen - so an die 400 Minuten. Was passiert, wenn man sich mal verspricht oder liest man alles am Stück durch und korrigiert es später?
Maria Koschny: Also man liest natürlich soweit man kommt. Ich verlese mich auch gerne öfter mal. Dann setzt man aber einfach neu an. Man hält kurz den Schnabel und setzt am Vorsatz an und alles ist in Ordnung. Dann kann der Tonmeister das dann noch schneiden. Ansonsten, ist die Vorbereitung jetzt speziell bei mir, dass ich das Buch halt auf jeden Fall einmal lese und mir auch so unter Umständen Betonungszeichen mache oder so, und einfach weiß, worum es geht, weil es manchmal am Ende ganz anders ausgeht als man dachte. Wenn man das als Sprecher vorher nicht weiß, kommt man dann vielleicht selber ins Schleudern, oder man hat am Anfang eine Rolle falsch erarbeitet.

Capitolism: Du hast ja auch die Synchronstimme von Jennifer Lawrence im Film gesprochen. Bist du da ran gekommen, weil du die Hörbücher gemacht hast, oder ging das dann auch wieder von selbst?
Maria Koschny: Jetzt muss ich tatsächlich kurz nachdenken. Ich glaube, ich hatte sie schon gesprochen. Es war irgendwie ein guter Glücksfall. Wir teilen sie [Jennifer Lawrence Synchronstimme] uns momentan noch. Es sind mehrere Sprecherinnen, die sie sprechen. In "Silver Linings" habe ich sie nicht gesprochen - das[bei "The Hunger Games"] war wirklich ein Glücksfall. Ich bin trotzdem zum Casting gegangen, da ich einfach von der Altersgruppe gut gepasst habe und ich eh schon sozusagen auf der Liste stand.

Capitolism: Was ist eigentlich schwieriger: Wenn man einen Film synchronisiert, oder wenn man ein Hörbuch vorliest?
Maria Koschny: Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Synchronisieren ist für mich einfacher, weil ich es schon länger mache. Vom Spaß-Bereich kann man vielleicht eher noch Unterschiede machen. Man kann beim Hörbuch noch mehr gestalten und man kann komplett frei alles neu erfinden. Beim Synchronisieren musst du dich sehr, sehr nah am Original halten, was aber auch wiederum Spaß macht, weil man auch tüftelt ‚wie passt das Deutsche jetzt darauf?´. Also wie kann ich es übersetzen, dass es gut funktioniert, auch sprachlich und so. Von daher - Wie war die Frage nochmal? (lacht)

Capitolism: Was schwieriger ist: Hörbücher oder Synchronisieren?
Maria Koschny: Achso. Ja, beides. Beides gleich. Also Hörbücher sind nur trotzdem, finde ich, im Endeffekt anstrengender, weil du einfach viel mehr am Stück machst.

Capitolism: Diese 400 Minuten und mehr…
Maria Koschny: Richtig. Also ein Tag Hörbuch ist schon anstrengender als ein Tag Synchron, für mich jetzt speziell.

Capitolism: Was ist dein persöhnlicher Lieblingscharakter aus die Tribute von Panem?
Maria Koschny: Also eigentlich ist [es] ja Katniss natürlich, weil ich mich am meisten damit identifiziere, aus der Ich-Erzähler Perspektive. Das ist schon mein Lieblingscharakter und ich kann da auch so viele Dinge nachvollziehen. Ihren Zwiespalt und ihre Zerrissenheit. Das finde ich alles ganz interessant. Trotzdem muss ich sagen, wir hatten vorhin eine verkleidete Effie Trinket gesehen. Die hat zum Beispiel am meisten Spaß gemacht zu spielen, weil das einfach - da ist so viel Farbe und Leben drin irgendwie. Also die hat am meisten Spaß gemacht, würde ich sagen. Ansonsten solidarisiere ich mich hier mit Katniss.

Capitolism: Magst du "Die Tribute von Panem" auch so als Buch, oder bist du jetzt nur gezwungen dich damit zu-
Maria Koschny: (lacht) "Lies das jetzt!"

Capitolism: (lacht)
Maria Koschny: (lacht) "Ich bin jung und brauchte das Geld!" Nein, ich hab´s tatsächlich gerne gemacht und das Glück hat man auch nicht immer. Ich hab es sehr, sehr gerne auch so gelesen und tatsächlich auch beim zweiten Mal einlesen, als wir nochmal die Langversion komplett neu eingelesen haben. Da hatte ich erst gedacht 'Oh nein, nicht schon wieder. Das ganze Buch. Noch mehr Seiten.', aber war dann bei der Vorbereitung schon wieder Feuer und Flamme dafür. Ich habe es ja dann insgesamt vier Mal gelesen und fand es jedes Mal wieder toll und das ist echt, das ist nicht häufig bei mir.

Capitolism: Ja, das ist selten. Du warst ja auch für den deutschen Hörbuchpreis nominiert gewesen. Wie hast du dich da gefühlt?
Maria Koschny: Auf der einen Seite ist das natürlich eine große Ehre, auf der anderen Seite bin ich so selbstkritisch, dass ich gar nicht so zufrieden damit war, dass ich da nominiert war. Vom Buch her auf jeden Fall, ansonsten finde ich halt - Ich kenne halt Leute, die sehr, sehr gut Hörbücher lesen und gar nicht die Chance bekommen, nominiert zu werden, weil es eher um Name-Jobbing geht, oder die Autoren selber lesen, und deswegen bin ich etwas zwiegespalten, was das Preise vergeben angeht. Aber natürlich ist es eine Ehre.

Capitolism: Ich kann dich da beruhigen. Ich habe ganz viel Positives über die Hörbücher gehört.
Maria Koschny: (lacht) Sehr gut!

Capitolism: Okay, ich hab dann auch keine Fragen mehr!
Maria Koschny: Ja, das waren tolle Fragen. Dankeschön.

Capitolism: Danke!